Jammerpost

Die Baustelle.

Zur Zeit bin ich nicht gerne zu Hause, auch wenn dies normalerweise meine „heilige Halle“ ist. Wir bekommen seit Anfang Juni die Straße saniert und das von Grund auf. Natürlich ist mir bewusst, dass dies gemacht werden muss und dass es selbstverständlich nicht geräuschlos geht. So haben wir momentan von 7.30-19 Uhr eine Dauerbeschallung an klopfen, brummen, surren. In allen Tonlagen und allen Lautstärken. Ich freu mich regelrecht darauf, an 3-4 Tagen die Wochen, direkt mit den Kindern das Haus zu verlassen und erst zur Mittagszeit wieder zu kommen. Spätesens nachmittags hat mich der Wahnsinn aber dann trotzdem eingeholt. Ich habe dann das Gefühl, diese Geräusche kaum noch aushalten zu können. Der Kopf schmerzt und oft ist mir schwindelig. Manche Menschen könnten jetzt sagen, dass man dies doch irgendwann nicht mehr hört, das wäre wie die Kirche, die hört man irgendwann auch nimmer…..

Nein? Oh doch! Ich höre sie, wie am ersten Tag.

Die Baustelle, die Kirche, die Vibrationen, den Geruch, das surren von Geräten im Haus, den Kühlschrank, die Heizung, die Bahn, die 500 Meter von hier durch den Ort fährt, das dazugehörende Gebimmel der Schranke, den Pausengong der Grundschule im Viertel.  Alles prasselt ohne Gnade auf mich ein. Meist versuche ich, alles verschlossen zu halten, aber auch das klappt nicht immer und blendet auch nur einige Reize aus.

In so Zeiten bin ich neidisch. Sehr neidisch! Da wünsch ich mir „normal“ zu sein.

 

Mein Reizfilter ist ein Blödman!

 

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3 Kommentare zu „Jammerpost

  1. Du Arme!
    Bei sowas liebe ich meinen Altbau in Bayern. Die können meinetwegen auch direkt vorm Haus die Straße aufreißen (das erste Dreivierteljahr, das ich da gewohnt habe, war dort Dauerbaustelle), oder Bürgerfest feiern mit Bühne und Lautsprechern. Fenster zu, und gut ist… Selbst in dem Räumen, die direkt auf die Straße weisen. Ein Meter massiver Granit und Gneiss sind halt eine Hausnummer… Ich liebe es.
    Ich wünsche dir eine schnell vergehende Baustelle.

    (Lustig übrigens: mein Mann und ich haben heute früh mal spaßeshalber für einen Blogeintrag ein „Störungstagebuch“ angefangen und jeder notiert, was ihm so alles auffällt und wie lange es stört…) nur beim Aufräumen des Hauses für den morgen beginnenden Urlaub. Dabei komme ich zu dem Schluss: Ich brauche gar keine Baustelle…)

    Gefällt 1 Person

    1. Heut machen sie angeblich schon um 16 Uhr Feierabend. Ich hoffe ja, dass es stimmt. Einer der Bauarbeiter sagte vorhin, dass wir es wohl Ende nächster Woche überstanden haben. Ich hoffe es ja wirklich. Da wir aber ein Eckhaus haben, fängt der „Spaß“ im April von vorne an. Nur dass wir dann mit dem Auto in den Hof können und wenigstens nicht die Schlepperei haben.

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