Chaos im Kopf……

….oder wie mir die ADHS den letzten Nerv raubt.

Zum Autismus kommt eine bei mir bereits 2003 diagnostizierte ADHS, die ebenfalls vererbt werden kann. Mein Sohn hat hier die Variante ohne H (Hyperaktivität). Auch bin ich absolut davon überzeugt, dass mein Papa nach eingehender Untersuchung, die selben Diagnosen bekäme. Wir sind uns alle 3 auf eine sehr seltsame Art ganz ähnlich, können aber dennoch…… oder vielleicht genau deshalb, nicht längere Zeit am Stück miteinander auskommen. Was den einen beruhigt oder ihm Freude bringt, kann den anderen in den Wahnsinn treiben. So subtil, dass es Aussenstehenden warscheinlich nicht mal auffällt.

Um zu verstehen, was dabei eigentlich das Problem ist, muss man die ADHS im wesentlichen verstehen.

Die meisten Menschen haben eine Art Vorfilter im Gehirn, der ihnen hilft, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden, um dann nur noch das wichtige zum Bewusstsein vordringen zu lassen. So ist es normalerweise auch möglich, in Situationen bei der Sache zu sein, wo viele Reize vorkommen. Das kann der Straßenverkehr, eine Party, aber auch einfach der nächste Supermarkt sein. Bei ADHS fehlt dieser Filter komplett. Sämtliche Reize treffen ungefiltert im Gehirn ein. Wen verwundert es also, wenn letztenendes garnichts so richtig ankommt, oder noch schlimmer, das Gehirn regelrecht (sinnbildlich) explodiert. Man sollte bedenken, dass diese Reize nicht nur akustischer Natur sein müssen. Bei mir zB triggert zwar das Akustische durchaus, dennoch sind die taktilen und olfaktorischen Reize noch viel schlimmer. Dinge, die mein Gegenüber also in aller Regel meist nichtmal bemerkt. Ich weiß wiederrum von anderen, dass sie auf visuelle Reize extrem reagieren.

So kommt es vor, dass ich in mitten einer Unterhaltung einfach abschalte. Das passiert einfach und darauf habe ich keinerlei Einfluss, auch wenn ich noch so gerne möchte. Das hat mit Desinteresse oder Respektlosigkeit nichts zu tun. Ich möchte meist sogar sehr gerne folgen, denn wenn ich mit einem Thema nichts am Hut hab, dann sag ich das in aller Regel wahrheitsgetreu. Ich bin in solchen Momenten regelrecht überladen und nicht mehr aufnahmefähig. Für mich fühlt sich das an, als würde man mir einen Glaskasten überstülpen. Getreu dem Motto: ich seh dich, aber das wars auch schon. Menschen die mich nicht oder weniger gut kennen, dürfte das kaum auffallen. Meinem Umfeld sehr wohl. Allerdings wird es da in aller Regel nicht als das angesehen, was es ist….. Und schon ist man wieder desinteressiert und unfreundlich. Ein Dilemma -für mich, wie auch für die anderen Betroffenen.

Bei uns Hyperaktiven kommt noch dazu, dass der Impuls zur Reaktion schneller ist, als die Verarbeitung im Gehirn erfolgen kann. Das heißt vereinfacht, dass ich bereits reagiere, selbst wenn mein Gehirn noch gar nicht weiß, ob und welche Reaktion überhaupt notwendig bzw angemessen ist. Dies hängt mit einem Hormon zusammen, das für den Transport von Informationen zuständig ist.

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